Ubu-Ntu? Das sagt vermutlich kaum jemandem was. Das war bei mir, bis ich den untenstehenden Artikel darüber erhalten hatte, auch nicht anders. Dieser ist wieder einmal aus „Tamera“ zu mir gekommen und ich leite ihn in Teilen zunächst einfach direkt weiter:
Aus den Nguni-Sprachen südafrikanischer Völker kommt das wunderschöne Wort „Ubu-Ntu“, wörtlich „Zum Mensch werden“ oder: „Ein Mensch ist ein Mensch durch andere Menschen“. Die bekannteste Übersetzung lautet: „Ich bin, weil wir sind“. In unserer westlichen Tradition wird das Individuum als ein isoliertes Wesen, als singuläre Entität betrachtet. Je einzigartiger es ist oder vorgibt zu sein, umso mehr Individualität wird ihm zugesprochen. Eine solche Person handelt nach der Devise „Erst ich, dann wir“, eine Einstellung, die sich im Rahmen der Globalisierung beinahe über den ganzen Erdball verbreitet hat.
„Ubu-Ntu“ dreht diesen Blickwinkel um. Hier heißt es: „Ich nehme teil, also bin ich.“ Erst wer in Beziehung tritt, wer gibt, empfängt und sich selbst als Teil eines größeren Lebenszusammenhangs begreift, wird zu einer ganzen Persönlichkeit. In der „Ubu-Ntu“-Philosophie geht Individualität also aus einem Geflecht von Beziehungen hervor, wächst und gedeiht durch wechselseitige Anerkennung und Fürsorge. Und diese Denkweise finden wir nicht nur im traditionellen Afrika, sondern auch in der modernen Wissenschaft.
„Die reinen Fakten bewegen uns nicht zu den notwendigen Veränderungen. Wir müssen die tiefe Realität unserer Zeit fühlen, um daraus die Kraft für Veränderungen zu schöpfen“, sagt sinngemäß der zeitgenössische spirituelle Lehrer Thomas Hübl und der Ökologe Christopher Uhl stellt fest: „Nehmen wir irgendein ökologisches oder soziales Problem, Klimawandel, Krieg etc. ..in jedem Fall ist Trennung – der Abbruch wirklicher Beziehungen – die Wurzel des Problems“.
Hier liegt auch für mich der wahre Grund unserer vielen Probleme, die sich speziell in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts so vehement gezeigt haben. Es scheint, als bestünden unsere Beziehungen zu einem Großteil nur noch aus Kalkül, darin Geschäfte machen und einen möglichst großen Gewinn erzielen zu wollen. Dabei geraten Moral und Anstand immer mehr in den Hintergrund. Die Norm ist, Dinge zu verkaufen bzw. zu kaufen, die eigentlich niemand braucht, was unsere Wirtschaft, die ja ständig wachsen muss, am Laufen hält. Dazu wiederum braucht es vor allem Werbung. Werbung ist zu einer der größten Plagen geworden. Sie ist allgegenwärtig und durchdringt unser Leben wie kaum etwas anderes. Aber auch Täuschung, Abzocke und Betrug gehören mittlerweile, vor allem im Internet, schon fast zur traurigen Normalität, sind Alltag. Das setzt sich fort in noch größeren Zusammenhängen und führt schließlich zu dem, was Christopher Uhl in o.g. Zitat beschrieben hat.
Neben der allgegenwärtigen Werbung gibt es noch einen Begriff, der uns neuerdings ständig und überall begegnet: Künstliche Intelligenz ! Kaum ein Zeitungsartikel, keine Fachzeitschrift, keine Nachrichten, keine Internet-Recherche ohne K.I. Dem möchte ich gerne einen Begriff entgegenstellen, den ich bei dem bereits zitierten Thomas Hübl aufgegriffen habe: Kollektive Intelligenz ! Darunter versteht er einen dynamischen und fließenden Austausch zwischen den aktiven sowie potenziellen Kapazitäten einer Gruppe und dem größeren sozialen Umfeld. Das erscheint mir sehr wichtig, uns mehr auf unsere eigenen inneren Ressourcen zu besinnen und diese zu stärken und zu nutzen, anstatt uns einer Technik zu überlassen, die niemals wirkliche zwischenmenschliche Beziehungen wird ersetzen können.
Die heutige (20.3.2026) Tag-und Nachtgleiche, auch Equinox genannt, ist ein guter Zeitpunkt sich auf die Kraft wahrer und heilsamer Beziehungen zu besinnen und diese zu nähren. Dazu ist jeder einzelne aufgerufen und es gilt das alte Motto der Lebensschule Bad Herrenalb: „Nur du allein schaffst es, aber du schaffst es nicht allein“. Es gibt sicher viele Möglichkeiten und Rituale die Energie dieses besonderen Zeitpunktes heute zu nutzen. Eine davon besteht z.B. darin, Samen in die Erde zu pflanzen als Symbol für neues Leben, Wachstum und Blüte.
Deswegen unterstütze ich mit meiner Stiftung auch dieses Jahr wieder gerne alle Menschen, Gruppen, Organisationen, Institutionen, die für einen fried- und respektvollen Umgang miteinander und mit unserem Planeten in ihrem jeweiligen Wirkungskreis stehen.