Dr. Harald Reinemer, Jahrgang 1955, ist Arzt (Kardiologe) und lebt und
arbeitet in Frankfurt/Main bzw Bad Vilbel.
Aufgewachsen im Odenwald, kam ich 1976 nach Frankfurt, um dort eine Krankenpfleger-Ausbildung zu beginnen. Dabei kam ich auch in Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe, die nach dem sog. 12-Schritte-Programm (EA) arbeitete, und die mir dabei half, mitgebrachte Probleme zu bewältigen. Als ein Kind der sog. Nachkriegsgeneration hatte ich, wie wahrscheinlich viele aus dieser Zeit, einen „emotionalen Rucksack“ geerbt, dessen Herkunft mir erst sehr viel später allmählich bewusst wurde. Dies durfte ich dann später auch im Rahmen eines Aufenthaltes in einer Psychosomatischen Klinik, die nach ähnlichen Prinzipien funktionierte, intensivieren. Diese Klinik und ihr Gründer Walther Lechler spielt deswegen in meinem Leben eine besondere Rolle, war sie doch keine Klinik im üblichen Sinne, sondern eine Lebensschule und das dort Gelernte wurde zur Grundlage meiner Stiftung.

Nach meiner Krankenpfleger-Ausbildung begann ich dann Medizin zu studieren und bin nun seit über 25 Jahren als niedergelassener Kardiologe tätig. Aufgrund der geschilderten Erfahrungen, sowie mehreren Aufenthalten in einem spirituellen Zentrum des buddhistischen Zen-Meisters Thich-Nhat-Hanh, außerdem der theoretischen und praktischen Beschäftigung mit Ayur-Veda, war mir immer an einer ganzheitlichen Sicht und Ausübung meiner Arbeit gelegen. Insbesondere hat mich das Kennenlernen der zahlreichen Bücher, in erster Linie aber der direkte Kontakt mit Thich Nhat Hanh, der 2022 verstorben, einer der größten spirituellen Lehrer unserer Zeit war, stark beeinflusst und geprägt.
Dies war und ist allerdings im normalen Klinik- oder Praxisalltag nur sehr schwer umzusetzen. Nach der Reduzierung meiner Arbeitszeit vor wenigen Jahren, fasste ich dann den Entschluss eine Stiftung zu gründen zur Förderung der Ganzheitsmedizin. Dabei geht es zum einen um ganzheitliche oder integrative Medizin, in einem umfassenderen Sinne aber auch um ein ganz oder heil werden des Individuums, was nicht losgelöst von der Gemeinschaft und der Umwelt gesehen werden kann. Letztendlich geht es um Spiritualität.
„Wir sind alle spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen wollen“. ist ein weiterer Leitsatz für mich.
Walther Lechler, Bernard Lown und Thich Nhat Hanh sind die 3 wichtigsten Lehrer in meinem Leben und die geistigen Väter meiner Stiftung. Ihr Vermächtnis weiter zu tragen, sehe ich als meine Aufgabe an und hoffe, damit wenigstens einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt, „eine neue Erde“, wie Eckart Tolle es in seinem gleichnamigen Buch beschrieben hat, leisten zu können.