
Thich Nhat Hanh ist ein 1926 in Vietnam geborener buddhistischer Mönch. Schon mit 16 Jahren wurde er in einem dortigen Kloster ordiniert. Später während des Vietnam-Krieges weigerte er sich für eines der kriegführenden Lager Partei zu ergreifen, sondern engagierte sich ausschließlich für Frieden. Das brachte ihm dann ein Einreiseverbot und damit das Exil ein.
In Frankreich gründete er daraufhin 1982 das heute immer noch existierende spirituelle Zentrum „plum-village“. Obwohl von seiner buddhistischen Glaubens- und Ordensgemeinschaft gegründet und betrieben, sind dort Menschen jeden Glaubens ebenso wie bekennende Atheisten willkommen. Das Gemeinsame und Verbindende ist der Glaube an eine übergeordnete Kraft und der respektvolle Umgang miteinander und mit allen Lebewesen. 2008 entstand ein Ableger in Waldbröl bei Köln, das EIAB.
Dieser Name zeigt deutlich wofür Thich Nhat Hanh stand und was er lehrte. Es ging ihm um einen angewandten Buddhismus, d.h. es ging darum Erkenntnisse, die durch das tägliche Praktizieren gewonnen wurden auch weiterzugeben, nach draußen zu tragen. Das tat er selbst auch manchmal sogar unter Einsatz seines Lebens, z.B. um die sog. Boat-people zu retten. Allein dafür, aber nicht nur dafür hätte er aus meiner Sicht unbedingt den Friedensnobelpreis verdient gehabt, ihn aber, obwohl von Martin-Luther King nominiert, leider nie bekommen.
Ich hatte das Glück ihm mehrfach sowohl in plum-village als auch in Waldbröl zu begegnen und seine ungeheure Kraft und Ausstrahlung erleben zu dürfen.
Thich Nhat Hanh starb 2022 in dem Kloster in Vietnam, in dem er als junger Mann ordiniert wurde, nach dem vor einigen Jahren das Einreiseverbot wieder aufgehoben worden war.
Für weitere Infos, s. wikipedia oder www.plumvillage.org oder www.eiab.eu