
Bernard Lown war ein 1921 in Litauen geborener, amerikanischer Kardiologe, der 2021 wenige Monate vor seinem 100. Geburtstag verstarb. Er war durch und durch Wissenschaftler und machte bahnbrechende Erfindungen insbesondere im Bereich der Rhythmologie, wie die Kardioversion oder Defibrillation. Methoden, die heute selbstverständlich sind und wovon Generationen von Kardiologen ,genau wie ich, und natürlich unzählige Patienten profitiert haben. Dafür hätte ihm eigentlich der Nobelpreis für Medizin gebührt, aus mir unverständlichen Gründen hat er diesen jedoch nie bekommen.
Dafür aber erhielt er 1985 den Friedensnobelpreis für seine von ihm gegründete Initiative „IPPNW“, im deutschsprachigen Raum besser als „Ärzte gegen Atomkrieg“ bekannt. Der frühere Vorsitzende der deutschen Sektion, der Frankfurter Internist Prof. Ulrich Gottstein, würdigte seinen Freund und Kollegen anlässlich dessen 90. Geburtstag in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt. Ich selbst durfte ihn im Rahmen eines Vortrages im Frankfurter Dominikaner Kloster 1988 auch einmal direkt erleben.
Dieses weit über seine Tätigkeit als Wissenschaftler oder Facharzt hinausgehende soziale Engagement, kennzeichnet Bernard Lown, der Patienten niemals, wie man das als Facharzt ja oft tut, nur als Organ wahrgenommen hat, sondern den Menschen immer als Ganzes gesehen hat. In seinem weltbekannten Buch „The lost art of healing“ (Die verlorene Kunst des Heilens) beschreibt er eindrucksvoll, wie wichtig es ist, beides zu beherrschen; nämlich einerseits die Wissenschaft, andererseits aber auch die Fähigkeit zur Empathie. Er hat das immer vorgelebt und seine Botschaft und sein Vorbild, erscheinen mir heute vor dem Hintergrund einer voranschreitenden Technisierung der Medizin (KI) wichtiger denn je.
Für ausführlichere Informationen zu seiner vita, sei auf wikipedia verwiesen. ->( WIKI )